Ohne höhere Bildung kann man kein Schriftsteller werden?

Vor einigen Tagen habe ich eine Wiki-Seite gefunden, in der es in der Rubrik „Bücher“ auch um das Schreiben geht. Ich finde sie auch sehr informativ, bis ich auf diese Aussage gestoßen bin: „… In den meisten Fällen muss man als Schriftsteller einen höheren Bildungsabschluss vorweisen können, mindestens einen Bachelor sollte man haben, besser noch einen Master in Journalismus, Literatur oder ähnlichem.“ wikiHow

Lajos Egri schreibt in seinem Buch „Dramatisches Schreiben auf Seite 13 zu dem Thema Schriftsteller werden: „… Vielleicht befürchten Sie, dass Sie aus Mangel an höherer Bildung Ihr Talent nicht richtig entfalten könnten? Vergessen Sie’s. Viele großartige Schriftsteller – Shakespeare, Ibsen, George Bernard Shaw, um nur einige zu nennen -, haben nie das Innere einer Hochschule gesehen.“ Autorenhaus

Ich zitiere hier einmal, was der Dozent der Schreibschule, die ich besuche, als Antwort auf die Feststellung von wikiHow.com schreibt:  „… ich meine auch, dass Autoren nicht unbedingt schulisches Wissen vorweisen müssen. Allerdings sind eine Portion Lebensweisheit und gute Recherche sicher von Vorteil. Recherchieren war ja Ihr „täglich Brot“ als …, und als Familienvater haben sie auch viel erlebt. Somit haben Sie alle Voraussetzungen …“

Ich finde solche Aussagen wie die bei wikiHow.com schon schade. Die Autoren werten mit derartigen Aussagen ihre Seite leider ab.

Ich gehöre einer Generation an, wo das Schreiben in meiner Familie leider keinen hohen Stellenwert hatte. Daher habe ich auch keine Förderung erhalten. Es war ein langer Weg, wieder zum Schreiben zu finden, auch wenn es gelegentlich Versuche gab. Zum Glück habe ich einen Schreiblehrer gefunden, der mich immer wieder ermuntert, diesen Weg zu gehen. Daher nutze ich diesen Beitrag, um Danke zu sagen.

2 Gedanken zu „Ohne höhere Bildung kann man kein Schriftsteller werden?“

  1. Nur wer viel liest und über eine gute Allgemeinbildung verfügt ist in der Lage brauchbare Bücher zu schreiben. Eine „höhere Bildung“ ist da völlig wertlos. Was nützt ein Master in Journalismus, wenn man nicht mal über das Schreiben von Sportartikeln hinaus kommt?

    Der „Journalist“ ist völlig überbewertet. Ich brauche nur einen Artikel in einer Zeitung/Zeitschrift veröffentlichen und ich darf mich ganz legal Journalist nennen – ganz ohne Studium. Das Problem ist halt nur, dass Zeitungen etc. meist nur entsprechende Studenten als Volontäre einstellen.

    „Genie ist 10% Begabung und 90% harte Arbeit!“
    (Johann Sebastian Bach)

  2. Germanisten und Journalisten schreiben nicht unbedingt die besten Bücher – oft steht ihre Vorbildung dem Plot sogar im Wege. Wenn ich die Bildungsvoraussetzung wirklich Ernst nehmen würde, müsste ich nach einem Blick auf die Vita meiner Lieblingsautoren sagen : Ärzte schreiben die besten Bücher.
    Eine gute Allgemeinbildung – dazu Einfühlungsvermögen oder/und Lebenserfahrung – genau DAS ist es, dabei ist eigentlich unwichtig, ob diese Allgemeinbildung auch durch eine Urkunde bestätigt wird. Allerdings ist die Gesellschaft so programmiert, dass diese Urkunde das Werk für sie attraktiver macht.

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