Eigentlich will ich nur fotografieren

Vor einiger Zeit habe ich Entscheidungen getroffen.

Eine davon war das CX-Format der NIKON 1, neben meinen NIKON D300, D5100, D700. Für mich ein sehr kompaktes System mit hervorragenden Leistungen, sofern man keine Plakatwände drucken will. Irgendwann hat NIKON der Mut verlassen und das System wurde eingestellt. Der 1“-Sensor war das Schwimmen gegen den Strom. Schaut man sich bei den Mitbewerbern um, haben einiges es verstanden, mit diesem Sensor zu punkten. Die NIKON 1 war im Vergleich zum NIKON DX-Format zu teuer und bot kaum lichtstarke Festbrennweiten, insbesondere auch kein Makroobjektiv. Aber auch das DX-Format bot nicht viel.

Meine zweite Entscheidung

Vor einigen Jahren kaufte ich eine FUJIFILM X-M1 als Kit mit den Zoomobjektiven FUJINON XC 16-50mm F3.5-5.6 OIS und FUJINON XC 50-230mm F4.5-6.7 OIS. Ich habe für das neuwertige Kit nur 400 Euro bezahlt. Aber so richtig habe ich mich nicht damit nicht angefreundet. „Nice to have.“ Dazu kam das FUJINON XF 27mm F2.8.  Etwas für die Street-Fotografie. Das ging aber auch mit der NIKON 1 V1 und dem 1 NIKKOR 1:2,8/10 mm.

Günstig konnte ich eine gebrauchte FUJIFILM X-T1 und das FUJINON XF 18-55mm F2.8-4 R LM OIS erwerben. Mit den entsprechenden KIPON-Adaptern konnte ich meine diversen NIKKOR-Festbrennweiten benutzen. Die Unterstützung der X-T1 bei der manuellen Scharfstellung macht richtig Freude.

Immer hatte ich gehofft, dass es von NIKON eine spiegellose Kamera im DX-Format gibt.  Jetzt ist sie erhältlich bzw. bestellbar, die Z50. Aber mit welcher Objektivauswahl? NIKKOR Z DX 16–50 mm 1:3,5–6,3 VR und NIKKOR Z DX 50–250 mm 1:4,5–6,3 VR. Das hat FUJIFILM auch in ähnlicher Form (siehe vor). Dazu kommt noch der Adapter FT-Z, der bereits mit der Z6 und Z7 vorgestellt wurde. Aber keine einzige Festbrennweite im DX-Format. Klar kann man mit dem Adapter seine FX- und DX-Objektive weiterverwenden. Das konnte man auch schon mit der NIKON 1 (mit dem Cropfaktor 2,7 X).

Ich bin mit dem DX-Format zufrieden und möchte eine leichtere Fototasche haben. Schaue ich mir aber die Festbrennweiten der Z-NIKKORE an, bleibt alles beim Alten. Für DX zu groß, zu schwer. NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S, ca. 73,0 mm (maximaler Durchmesser) x 86,0 mm (ab Bajonettanschluss); Gewicht ca. 370 g gegen FUJINON  XF35mm F1.4 R, 65 mm X 50,4, Gewicht 187 g, oder FUJINON XF35mmF2 R WR,  60 mm X 45,9 mm, Gewicht 170 g.

FUJIFILM hat in den letzten Jahren auf das DX-Format gesetzt und es kontinuierlich ausgebaut. Eine Vielzahl von Kameramodellen, hochauflösende Sensoren, jede Menge Festbrennweiten. Für jeden etwas dabei. Die traditionellen Kamerahersteller scheinen nicht zu verstehen, was ihre Kunden wollen. Längst kommen die Kamera-Innovationen von den Elektronikherstellern, die sich immer größere Stücke aus dem kleiner werdenden Kuchen herausschneiden.

Zur Z50 kein Pancake-Objektiv. Bei der NIKON 1 gab es das 1NIKKOR 1:2,8/10 mm (27 mm). FUJIFILM hat sogar zwei Pancakes im Programm, das FUJINON XF18mm F2 R (27mm) und das FUJINON XF27mm F2.8 (41 mm). Vielleicht lässt sich das auch bei dem Auflageformat des Z-Bajonetts nicht realisieren.

Die Frage bei NIKON ist, wer entscheidet, wann und welche Kamera bzw. Objektiv auf den Markt kommen. Die Kaufleute oder die Techniker? Rückzieher wie bei der NIKON 1 oder den Kompaktmodellen DL18-50 f/1.8-2.8 und DL24-85 f/1.8-2.8 verzeihen die Kunden nicht mehr. Sie werden wie ich, älter und sterben irgendwann aus. Auch wenn sie 50 Jahre NIKON die Treue gehalten haben.

Ich werde meine analogen und digitalen NIKON Spiegelreflexkameras und NIKKOR Objektiv verkaufen. Darum heißt es für mich:

Tschüss NIKON. Wir hatten eine tolle Zeit in den letzten fünfzig Jahren.

Übrigens, ich werde mir keine NIKON Z50 kaufen, sondern die FUJIFILM X-T30.